• Rexingens Ortsvorsteherin Birgit Sayer berichtet Landtagsabgeordneten Dr. Timm Kern (FDP) über die Bedeutung von Ortskernentwicklung
  • Forderung, bessere Förderinstrumente zur Belebung der Ortskerne zu entwickeln
  • Kern rechnet mit dem Zuzug aus Ballungsgebieten

Seinen nächsten Ortsbesuch absolvierte der Landtagsabgeordnete Dr. Timm Kern (FDP) bei Birgit Sayer, die seit 2009 Ortsvorsteherin in Rexingen ist. In diesem Horber Stadtteil leben 1302 Menschen.

„Es ist mir ein großes Anliegen, unsere Ortskerne zu entwickeln und hier neue Wohnmöglichkeiten zu schaffen. Dabei reichen die bisherigen Förderinstrumente von Bund und Land nicht aus. Wir müssen Investitionen im Ortskern so attraktiv machen, dass sie sich finanziell mehr lohnen, als das Bauen auf der grünen Wiese“, sagte Birgit Sayer. In Rexingen entstehen am Baugebiet „Am Hungerberg“ zwar neue Wohnmöglichkeiten, aber aufgrund der topographischen Lage sind dem Ort enge Grenzen gesetzt. „Uns geht es wie vielen Dörfern, wo die Ortskerne eine große Veränderung erfahren und teilweise verlottern. Diesen Trend müssen wir umkehren, weil die Ortskerne identitätsstiftende Orte sind, die wir aktiv gestalten und erhalten müssen“, sagte sie.

In diesem Zusammenhang verwies Dr. Timm Kern auf notwendige investive Ausgaben des Staates: „Es gibt gelungene Beispiele, wo der Staat über eine Anschubfinanzierung ein hohes Maß an privaten Investitionen und Potentialen entfacht hat. Dieses Prinzip muss wieder stärker genutzt werden, anstatt Milliarden an Steuergeld wie bei der kurzfristigen Mehrwertsteuersenkung mit der Gießkanne zu verteilen.“

In Rexingen steht aktuell auch die Ausweitung der Nahwärme auf dem Programm: „Hier findet aktuell die Interessensabfrage statt und wir erweitern in einem ersten Schritt von der Halle zur ehemaligen Synagoge und der Grundschule“, erklärte Birgit Sayer.

Bildungseinrichtungen vor Ort zu halten, sind für die Ortsvorsteherin ein dringendes Anliegen. „Für unsere Dörfer ist der kurze Weg zu Kindergarten und Schule von herausragender Bedeutung, weil die Kinder hier Freundschaften schließen und auch enge Bindungen an die Dorfgemeinschaft entwickeln“, sagte sie. Dr. Timm Kern, der selbst in Rexingen zur Grundschule ging, pflichtete bei: „Kurze Beine, kurze Wege ist ein Prinzip, das wir gerade bei Schulen und Kindergärten aufrechterhalten müssen. Ich rechne auch mit dem Trend, dass verstärkt Menschen aus überteuerten Ballungsgebieten ihr Lebensglück im ländlichen Raum verwirklichen wollen“, so der Abgeordnete.