• Stiftung Eigen-Sinn berichtet über veränderte Kinder- und Jugendarbeit in Corona-Zeiten
  • Durch Telefon- und Einzelgespräche wird Kindern und Jugendlichen Sinn vermittelt
  • Kern fordert Öffnung der Bildungseinrichtungen, damit Kinder und Jugendliche sozialen Kontakt zu Gleichaltrigen und Lehrkräften haben

„Sie sind Mutmacher, die unsere Gesellschaft mehr denn je braucht!“

Mit dieser Ermutigung dankte der Landtagsabgeordnete Dr. Timm Kern (FDP) Heide Wagner-Aescht und Hans-Martin Haist von der Stiftung Eigen-Sinn für deren wichtige Arbeit angesichts der Kontaktbeschränkungen durch das neuartige Corona-Virus.

In einer Videokonferenz berichteten sie dem Abgeordneten, wie sich die Kinder- und Jugendarbeit in Corona-Zeiten gestaltet.

„Uns hat es mit voller Breitseite erwischt. Von Bereichen, in denen die Arbeit komplett eingestellt werden musste, bis zu völliger Mehrbelastung in anderen Bereichen hatten wir alles dabei. Unsere Kinderwerkstatt und der Waldkindergarten wurden geschlossen. Die Villa Sonnenheim mit ihrem klaren Tagesablauf beweist sich weiter als fester Anker für die Kinder und Jugendlichen,“ sagte Geschäftsführer Hans-Martin Haist.

Zugleich berichtete er von der sehr guten Unterstützung durch das Landratsamt und die Zivilgesellschaft: „Wir haben beispielsweise 400 Masken durch Privatleute erhalten. All das sind Signale, die uns darin bestärken, dass viele Menschen bereit sind, einen Beitrag für sinnvolle Projekte zu leisten. Für diese Hoffnungszeichen bin ich dankbar.“

Gravierende Folgen hat die Corona-Krise für die Arbeit der Akademie. „Mit unseren Trainings können wir möglicherweise erst im September wieder an die Bildungseinrichtungen gehen. Dies bringt eine schwerwiegende Phase der Kurzarbeit für unsere sechs Angestellten der Akademie.“

Über die Beziehungsarbeit zu den rund 110 Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 18 Jahren sagte Heide Wagner-Aescht, Leiterin der Kinder-Werkstatt:

„Beziehungsgestaltung ist in dieser Zeit besonders wichtig und wir reagieren durch angepasste Formate darauf. Durch die Kontaktbeschränkungen haben wir sofort Telefonkontakte verstärkt, damit wir weiterhin Beziehungsarbeit leisten können. Der Redebedarf bei den Kindern und Jugendlichen ist enorm hoch. Wir führen viele Einzelgespräche in Form von Spaziergängen, um ein offenes Ohr für die Kinder zu haben.“

Auch über einen Elternbrief, der Strukturhilfen für den Alltag zur Hand gibt, wandte sich die Stiftung an die ihnen anvertrauten Personen.

Im Zentrum der Beziehungsarbeit steht, dass Kindern und Jugendlichen die Sinnhaftigkeit ihres Lebens, ihrer Talente und Hoffnungen vermittelt wird: „Dadurch wollen wir Ängste bewältigen, damit der nächste Schritt in ihrem Leben möglich ist“, so Heide Wagner-Aescht über den pädagogischen Ansatz.

Für den Timm Kern beweisen diese Berichte, dass sehr viele Einrichtungen die Lage mit einem hohen Maß an Einsatz und Improvisationskunst meistern: „Es ist fundamental wichtig, dass soziale Einrichtungen auch in diesen Tagen für Menschen erreichbar sind, die es im Leben sehr schwer haben. Gleichzeitig braucht es nach meiner festen Überzeugung auch die weitere Öffnung der Bildungseinrichtungen, damit Kinder und Jugendliche nicht noch wochenlang ohne sozialen Kontakt zu Gleichaltrigen und Lehrkräften leben müssen“, sagte Timm Kern.

Hans-Martin Haist richtete den Blick ebenfalls in die Zukunft: „Wenn ich durch die Stadt gehe, erkenne ich in manchen Augen viele Ängste. Diese haben sicher mit der Frage nach dem Arbeitsplatz und der eigenen Zukunft zu tun. Hier erwarte ich von Staat und Kirchen glasklare Perspektiven, damit diese Menschen aufgefangen werden.“

Heide Wagner-Aescht kündigte an, dass sie mit der Stiftung ein großes Fest feiern werden, sobald dies wieder möglich sein wird: „Es sind diese Lichter am Ende des Tunnels, auf die wir uns gemeinsam freuen.“