• Timm Kern erfährt beim DRK-Kreisverband von großen Herausforderungen für anstehende Bauprojekte
  • Uneinheitliche Vorgaben durch das Land verhindern Planungssicherheit
  • Kern: „Damit respektvoller Umgang zustande kommt, brauchen wir klare Kante der anständigen Mitte“

Der Landtagsabgeordneten Dr. Timm Kern besprach aktuelle Themen des Rettungsdienstes in der Freudenstädter Geschäftsstelle des DRK Kreisverbands. Daran nahmen DRK-Präsident Dr. Kurt Deckelnick, Kreisgeschäftsführer Johannes Stocker und sein Stellvertreter Dieter Dettinger sowie der Leiter des Rettungsdienstes Roland Heller teil.

Um die gesetzlich vorgeschriebenen Hilfsfristen einzuhalten, plant der Kreisverband aktuell einen Neubau der Rettungswache in Loßburg. „Hier haben wir einen Beschluss des Bereichsausschusses für den Rettungsdienst auf der Grundlage eines Gutachtens, den passenden Standort in Loßburg Richtung Alpirsbach zu finden. Nun stehen wir vor der Herausforderung, dass unterschiedliche Vorgaben durch das Land Unsicherheiten erzeugen“, erklärte Johannes Stocker.

Beispielhaft nannte er unklare Angaben darüber, ob sich die Planung an Vorgaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe gemäß DIN-Norm oder der Verwaltungsrichtlinie des Innenministeriums zugrunde legen muss.

Weitere Unsicherheiten bestehen durch die finanzielle Förderung. „Wir erbringen einen Beitrag für die Daseinsvorsorge im Auftrag des Landes und der Krankenkassen. Deshalb haben diese Partner den Auftrag, uns beim Bau der Wache so zu unterstützen, dass wir als ehrenamtlich getragener Verein kein hohes finanzielles Risiko eingehen“, erklärte Präsident Dr. Kurt Deckelnick. Von Seiten des DRK wurde kritisiert, dass das Land seiner gesetzlichen Verpflichtung nicht nachkommt und 90 % der Gesamtkosten über die Förderung abdeckt. Nach derzeitigem Stand zahlt das Land tatsächlich nur zwischen 20 und 30 % der Gesamtkosten. „Aus unserer Sicht ist dies ein schwerer Fehler, da wir diese Forderung und die Folgen einer solchen Entwicklung seit Jahren vorgetragen haben“, sagte Stocker. Timm Kern sagte zu, sich in dieser Sache für Planungssicherheit bei Investitionen stark zu machen.

Ein gesellschaftlich raueres Klima nimmt auch das DRK bei ihren Einsätzen wahr. Wie Rettungsdienstleiter Roland Heller berichtete, werden Rettungskräfte oft aggressiv angegangen. „Wie im Umgang mit Polizisten fehlt auch hier oft der gewünschte Respekt, schließlich werden wir zu Einsätzen gerufen, um Hilfe zu leisten. Wenn diese Hilfe aber mit aggressiven Kommentaren beantwortet wird, ist das ein Alarmsignal für uns“, sagte Roland Heller.

Für Timm Kern sind solche Schilderungen ein klares Indiz, dass es mehr Zivilcourage durch die Gesellschaft braucht: „Damit respektvoller Umgang zustande kommt, brauchen wir klare Kante durch die anständige Mitte, die einer lauten Minderheit entgegentritt, die fälschlicherweise meint, sich alles erlauben zu können.“