• Landtagsabgeordneter Dr. Timm Kern (FDP) und Gemeinderatsmitglied Ulli Schmelzle (FDP/UBL) zu Besuch bei der Günter Holzbau GmbH und Günter Paletten GmbH in Baiersbronn-Obertal
  • Auch das Unternehmen Günter steht vor den typischen Herausforderungen der mittelständischen Holzindustrie im ländlichen Raum, auf die Dr. Timm Kern die Landesregierung seit Jahren hinweist
  • Besonders lobt der Abgeordnete den Freiraum, den Geschäftsführerin Heike Günter den Mitarbeitenden gibt, um ehrenamtlichen Tätigkeiten nachzugehen

Bereits in der 4. Generation führt Heike Günter das seit 1914 bestehende Unternehmen Günter Holzbau / Günter Paletten GmbH. Ein gutes, familiäres Betriebsklima sei ihr wichtig, erläuterte sie im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Timm Kern. Nur mit einem guten Team komme man nicht nur durch die guten, sondern auch durch die herausfordernden Zeiten, lobte die Geschäftsführerin ihre rund 30 Mitarbeitenden, darunter auch einige Auszubildende.

Der mittelständische Betrieb Günter in Baiersbronn-Obertal ist auf zwei Bereiche spezialisiert und dementsprechend aufgeteilt: Die Günter Holzbau GmbH ist auf Dienstleistungen wie Holzbauprojekte, Altbausanierungen, Fassaden, Dach(aus)bau und Gerüstbau ausgerichtet, die Günter Paletten GmbH auf maßgefertigte Paletten, meist für Kunden aus der Papierindustrie. Früh morgens bestellte Paletten kommen am selben Tag noch zur Auslieferung. „Das sind keine standardisierten EURO-Paletten, sondern auf die individuellen Kundenwünsche angepasste Produkte“, beschrieb Günter den Fertigungsprozess, während ein Mitarbeiter die Palettenmaschine mit Brettern bestückte. Der Günter Holzbau greift in der Regel auf Holz-Hauptware zurück, die Günter Paletten GmbH auf die Seitenware, um die Ressourcen optimal auszunutzen. „Eine ausreichende Schnittholzversorgung muss gewährleistet sein“, ergänzte Geschäftsführer und Zimmerermeister Thomas Möhrle. Dies sei in 2021 eine besondere Herausforderung gewesen, da die internationalen Holzmärkte von Materialknappheit und massiven Preisschwankungen geprägt waren.

Unternehmensbesichtigung Günter Holzbau GmbH in Baiersbronn-Obertal

Bei der Besichtigung des Unternehmensgeländes erläuterte Möhrle den Holzbau-Schwerpunkt: „Viele Teile fertigen wir bereits in der Halle an, damit wir wetterunabhängig arbeiten können. An verschneiten und kalten Tagen wie heute ist es nicht wirklich möglich, auf Außenbaustellen zu arbeiten und voran zu kommen.“ Auch auf Fassadenbau ist der Betrieb spezialisiert und hat beispielsweise die bekannte Baiersbronner Schindelschalung schon an das eine oder andere Haus in der Gegend montiert. Eines der wohl markantesten Projekte des letzten Jahres der Günter Holzbau GmbH sind die dunklen Chalets des Hotel Engel.

Das Günter-Team wünscht sich vor allem eins: Abbau von Bürokratiehürden wie beispielsweise der Dokumentationspflicht, die Stärkung von handwerklichen Berufen und die Bereitstellung von Flächen für eine mögliche Expansion. „Die berufliche und akademische Bildung ist zwar nicht gleichartig, aber gleichwertig“, führte Dr. Timm Kern an, „umso wichtiger ist es, dem Handwerk Anerkennung zu zollen und vor allem den Wert der Ausbildung auch von politischer Seite immer wieder zu verdeutlichen.“ Tochter der Geschäftsführerin Ronja Günter macht vor, wie man im Handwerk richtig durchstarten kann: Sie lässt sich aktuell nach dem Biberacher Modell ausbilden und hat nach fünf Jahren eine Zimmerer-Lehre, einen Ingenieurs-Bachelor und einen Meister in der Tasche. Im August diesen Jahres wurde die 21-jährige sogar von der Handwerkskammer Reutlingen als „Lehrling des Monats“ ausgezeichnet.

Der Baiersbronner Gemeinderat Ulli Schmelzle wies auf das ehrenamtliche Engagement der Mitarbeitenden hin: „Das Team rund um Frau Günter und Herr Möhrle ist sehr hilfsbereit und zeigt sehr hohes Engagement im Ort.“ Viele seien beispielsweise in der Bergwacht oder für die freiwillige Feuerwehr aktiv. Dr. Timm Kern begrüßte es sehr und bezeichnete es als vorbildlich, dass die Geschäftsführung den Mitarbeitenden so viel Flexibilität und Freiraum einräumt, dass sich die Mitarbeitenden – auch während der Arbeitszeit – für die Ortsgemeinschaft einsetzen können.

Mehr Informationen zum Betrieb finden Sie hier:
https://www.holzbau-guenter.de/