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Nach 15 Jahren im Parlament: Dr. Timm Kern (FDP) zieht Bilanz

Nach 15 Jahren im Landtag zieht Dr. Timm Kern eine persönliche und politische Bilanz. Mit Dankbarkeit blickt er auf prägende Begegnungen und Erfolge zurück – und richtet zugleich den Blick nach vorn.

Dr. Timm Kern - 15 Jahre Landtag - Eine Bilanz

Mit dem 30. April endet eine Ära - zumindest vorübergehend. Denn nach 74 Jahren durchgehender Zugehörigkeit zum Landtag von Baden-Württemberg scheidet die FDP mit Ablauf der Legislaturperiode erstmals aus dem Parlament aus. Damit endet auch die 15-jährige Abgeordnetentätigkeit von Dr. Timm Kern, der den Landkreis Freudenstadt seit 2011 in Stuttgart vertreten hat.

Den ersten Anlauf, ein Mandat zu erringen, nahm der in Horb-Ihlingen aufgewachsene Kern schon bei der Landtagswahl 1996 – damals im Alter von gerade einmal 24 Jahren. Zum Einzug reichte es damals noch nicht, trotz eines weit überdurchschnittlich guten Ergebnisses von 11,5%. Fünf Jahre später erlangte dann der Horber Oberbürgermeister Michael Theurer für die FDP das Mandat im Wahlkreis Freudenstadt.

2009 wechselte Theurer ins Europäische Parlament und gab sein Landtagsmandat auf. Dr. Timm Kern erinnert sich, wie der langjährige Horber OB ihn damals angerufen hatte, ob er sich vorstellen könnte, ihm im Landtag nachzufolgen: „Ich war damals Lehrer in Reutlingen und hatte zwei kleine Kinder. Da überlegt man natürlich schon, ob man das wirklich machen soll oder ob das Familienleben zu sehr darunter leidet. Nach Rücksprache mit meiner Frau war der Entschluss aber klar: Ich mache das!“.

So zog Dr. Timm Kern zur Landtagswahl 2011 als einer von gerade einmal sieben liberalen Abgeordneten in den Landtag ein. 2013 wurde er Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion, was er bis 2021 blieb. Zudem war er bis zuletzt stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FDP/DVP-Fraktion. Zur Landtagswahl 2016 wurde Kern von den Wählern im Landkreis Freudenstadt mit 13,46% bestätigt – damals das beste Ergebnis aller FDP-Kandidaten in ganz Baden-Württemberg. Bei der darauffolgenden Wahl im Jahr 2021 konnte er das Ergebnis nochmals verbessern und kam auf 14,8%.

Zur diesjährigen Wahl am 8. März kandidierte Kern im Wahlkreis Hechingen-Münsingen. Grund für den Wechsel des Wahlkreises war das neue Wahlrecht, aber auch die Bitte seines Abgeordnetenkollegen Rudi Fischer, dessen Nachfolger in Hechingen-Münsingen zu werden. Daraus wurde, da die FDP landesweit unter der 5%-Hürde blieb, nun aber nichts.

Zum Ende seiner Abgeordnetenzeit äußerte sich Dr. Timm Kern dankbar für die Möglichkeit, den Landkreis Freudenstadt und die Menschen in Baden-Württemberg zu vertreten: „In den vergangenen 15 Jahren habe ich unzählig viele, sehr schöne Momente, spannende Gespräche und interessante Menschen erleben dürfen. Dafür, dass die Menschen im Landkreis Freudenstadt mir das durch ihr Vertrauen ermöglicht haben, bin ich sehr dankbar und werde auf diese Zeit auch immer dankbar zurückblicken.“

Auch die nackten Zahlen zeigen Dr. Timm Kerns Engagement in den vergangenen 15 Jahren. So hat der FDP-Abgeordnete fast 250 Anträge sowie knapp 130 Kleine Anfragen gestellt, mehr als 330 Reden im Plenum gehalten sowie fast 550 Pressemitteilungen an die lokale Presse verschickt. Doch was waren die Highlights über die reinen Zahlen und Fakten hinaus? „Da denke ich z.B. an die zahlreichen Kern-Gespräche, wie erst kürzlich mit Harald Schmidt, aber auch mit vielen anderen tollen Gästen. Oder an den einstimmigen Beschluss des Landtags, auf meine Initiative hin ein Jugendwerk zwischen Baden-Württemberg und Israel einzurichten. Das war besonders schön, weil es gezeigt hat, dass man auch als Oppositionsabgeordneter konkrete Initiativen voranbringen kann“, zieht Dr. Timm Kern eine positive Bilanz. Wichtig waren für ihn aber auch die zahlreichen Telefonsprechstunden, in denen er insbesondere während der Corona-Pandemie vielen besorgten Menschen zuhören und immer wieder auch konkret weiterhelfen konnte.

Und wie sieht die Zukunft der FDP aus? Hier gibt sich Dr. Timm Kern zuversichtlich: „Es ist eine äußerst schwierige Lage für meine Partei – aber eine liberale Kraft, welche die aktuelle Reformunfähigkeit der Politik aufbricht, wird eigentlich dringender gebraucht denn je. Entscheidend wird sein, dass die FDP wieder verlorene Glaubwürdigkeit zurückgewinnt. Dann bin ich mir sicher, dass die Liberalen bei Wahlen auch wieder stark werden können.“